Gut drei Jahre nach “Aufschwung” liefern Scheissediebullen am 11.11.2016 endlich den Nachfolger “Anwohner raus!” ab.
Wie gewohnt von der Band kommt die Platte mit der patenten Laufzeit von gut 44 Minuten verteilt auf 15 Songs daher.
Soviel Mucke passt gerade noch auf eine Vinylscheibe, von der es auch eine auf 200 Stück limitierte Edition mit farbigem
Plastik undSiebdruckhülle geben wird. Für die 90s Kids gibt’s CDs und für die Millenials beizeiten auch noch alles in digital.
Eigentlich hat sich seit dem letzten Release nichts geändert: Es geht immer noch um die gleiche Scheisse, die auf der Welt
und im speziellen in diesem Land abläuft. Faschist*innen sitzen in den Parlamenten, Häuser für Geflüchtete brennen,
Minderheiten werden gejagt und ausgegrenzt. Normahl haben schon 1991 “Keine Überdosis Deutschland” gesungen, aber
der Weltmeister macht schon wieder den Löffel heiß anstatt ihn endlich abzugeben. Unterm Strich bleibt Scheissediebullen
also nichts anderes übrig als weiter sich mit ihren Songs Luft und Gehör zu verschaffen.
Musikalisch bleibt alles beim Alten. Gespielt wird schönester 90iger Deutschpunk in der selben Bestzung des Debuts. Die
Band selber beschreibt das so:”.. wenn man so wie wir Riffs, Hooks und Melodien bei den eigenen Vorbildern
zusammenklaut. Laut einer Studie bedienen sich normale Punkbands im Schnitt bei 3-4 anderen Kombos. SdB hingegen
klaut nachweißlich von 5-7 Werken. Rein rechnerisch verbessert das unseren Punk um bis zu 20 %. Wir klauen, kombinieren,
verbessern und kotzen dann noch nen Schwall Galle drüber. Von dieser Stelle gleich noch ein Dankeschön an alle
Komponisten die sich irgendwo wieder erkennen. Kommt auf ‘ne SdB Show und holt euch eure Weinschorle ab.”
Das Cover spricht schon die textlichen Inhalte an: “Immer wenn irgendwas nicht so läuft, wie es der Bevölkerung passt, sind
die Schuldigen schnell gefunden: Roma, Geflüchtete, Menschen mit Migrationshintergrund……immer sind es die Anderen.
Nach reiflicher Überlegung haben wir die wahren Unruhestifter, Brandleger und Ängsteschürer erkannt: die Steuerzahler, die
Sparbüchler, die ADACMitglieder. Kurz: Der Anwohner. Das Kissen auf der Fensterbank kann aber jeder sein und deshalb
war es uns wichtig, dass sich auf unserem Cover nicht das Klischee vom Präkariat aus dem Fenster lehnt. Mit der Vorstellung
des Anwohners als ungebildeten Rechten machen es sich nämlich viele zu einfach, denn der autoritäre Charakter zeigt sich
nicht nur in Plattenbausiedlungen und Vororten, sondern vor allem in den Leistungs und Lifestylezentren.”
Textlich wird das aufgegriffen:”.. Mittlerweile sollte niemand mehr die brutalen Auswirkungen des Kapitalismus leugnen
können: Sei es, weil hier keine Sau mehr genug Kohle hat, um sich das eigene Leben zu leisten, oder sei es, weil sich die
katastrophalen Folgen von Krieg und Vertreibung direkt vor der eigenen Haustür abspielen. Und trotzdem schert sich kaum
jemand einen Dreck! Das beschäftigt uns alle sehr und macht daher inhaltlich einen Großteil der Songs auf der Platte
aus…..beim Rest dreht es sich dann vor allem um deutsche Zustände und diese Gesellschaft, die soviel Hass und Ablehnung
gegenüber anderen Menschen und Lebensentwürfen hervorbringen. Oder über Bull*innen..”